Texte zum Öffnen des Grabmals
(Quelle: Bibliothek Saltwood Keep - Atteron)
[...] und deshalb waren diese Aufzeichnungen äußerst schwierig zu finden. Ich sitze hier in der Kammer ganz hinten unter der Bibliotheksmauer, und muss sagen, ich habe ein unwohles Gefühl. Ich glaube nicht an Geister, aber hier scheint mich stets etwas zu beobachten. Kein Wunder, vielleicht ist seine Seele noch hier und schreit aus den Wänden des kleinen Raumes mit den vielen Mauernieschen? Hier sind alle Löcher, Aussparungen und Spalten zwischen den Steinen mit Papieren vollgestopft, was es schwer macht, den Geruch, den sein Leichnam hinterließ, hier vollends zu beseitigen. Schließlich muss er mindestens 5 Tage hier gelegen haben! Nur gut, dass es hier halbwegs kühl und trocken ist. Die Magie, die ihn gefunden hat, ist immer noch nicht ganz wiederhergestellt. Aber wer will es ihr verdenken, denn schließlich war es ein schrecklicher Anblick, wie er hier lag, mit verdrehten Augen und Gliedern. Seine Zunge und seine Finger waren dunkel verfärbt und sein Gesicht in Schrecken erstarrt. Die Maden, die ihn fraßen, schienen ebenfalls gestorben, Bruder Mullivan war immer ein Einsiedler gewesen, weshalb man ihn erst nach einigen Tagen gefunden hatte. Ich frage mich, ob er vergiftet wurde oder irgendeine Art Anfall erlitten hat?
Wie auch immer, ich bin sicher, dass er irgendwas gefunden hatte, oder zumindest dachte, etwas gefunden zu haben. Alles was an Schriften hier aufbewahrt wurde, drehte sich um die mysteriöse dritte Schwester, dieses versprochene gelobte Land, welches viele für eine Legende halten und andere für das lang ersehnte Paradies. Er schrieb von einem Enigma, das geschaffen worden sei, um den Weg dorthin sowohl zu vergessen, als auch zu finden? Sein Geist scheint verwirrt gewesen zu sein, denn es gab viele Versuche und Kritzeleien, um eine Lösung zu finden. Ein Liniennetzwerk, das aussieht wie eine Sanduhr oder ein Gitternetz, war überall aufgezeichnet und mit Worten des Krieges versehen. Ich habe dies einmal hier beigefügt. Ich frage mich, was ihn geplagt haben muss, oder warum er diese Worte überall wiederholt hat. Ob es Teil des Enigma ist, von dem er besessen schien, kann ich nicht sicher sagen. Ich habe versucht, alles zusammenzutragen, was ich als Teil des Mysteriums identifizieren konnte. Während ich diese Zeilen schreibe, ertappe ich mich dabei, dass ich feststellen muss, dass auch meine Gedanken nun ständig um die möglichen Lösungen kreisen. Gestern Nacht lag ich vier Stunden wach, und die Nacht davor dreieinhalb Stunden. Ob wohl ein Fluch auf diesem Rätsel liegt? Es ist beinahe so, als wollte es gelöst werden? Vielleicht ist es aber auch nur mein neugieriger Geist, oder die Feen, die mich verwirren. Ich werde jedenfalls alle Textfragmente, die hier überall gesammelt auf Dornen an der Wand aufgespießt sind, hier erwähnen.
Es beginnt mit den Vibaliern.. Vibalier zeigen Furcht, doch ein stolzes Volk kam nach ihnen.
Auf Hass folgt Trauer, dann Kampfeslust. Diese Abfolge lebt in alten Liedern fort, gesungen am Feuer und geflüstert in dunklen Hallen. Die Kampfeslust der Nortronder ist legendär. Man erzählt von ihren blitzenden Klingen, von Reitern, die selbst im Wintersturm weiterzogen. Nortrond folgen zwei Reiche, bevor das Geheimnis offenbart wird. Zwischen Greifenbronn und den Nocturnen liegen zwei Reiche. Niemand kennt ihre Namen mit Sicherheit, doch ihre Spuren sind noch immer in den Chroniken zu finden. Es endet mit den Nocturnen. In der Dunkelheit ihrer Hallen liegt ein stilles Wissen, das selbst die Kühnsten zum Schweigen bringt. Auf Atterons Zorn folgt nach drei Schritten Trauer. Der Zorn Atterons hallte durch die Lande, wie ein Sturm aus Feuer und Stahl. Nach den Drachenjägern kommt der Zorn. Die Jagd war erbarmungslos, doch sie hinterließ nichts als leere Nester und bebende Stille. Furcht und Kampfeslust sind weiter voneinander entfernt als Hass und Rachsucht. Diese Erkenntnis flüstern die Alten, wenn sie von den großen Zeiten sprechen. Pflichtgefühl und Rachsucht folgen nicht aufeinander, und keins davon folgt auf die Nocturnen. Die Gelehrten haben dies oft geprüft und verwarfen die Abfolge, die dem widerspricht. Die Crimson Sails Company zeigt Pflichtgefühl und trägt es nach Paldaion. Ihre Banner sind schlicht, doch ihre Marschordnung ist makellos. Paldaion liegt in der Mitte, zwischen Pflichtgefühl und Trauer. Dort kreuzen sich Wege, dort verweilen Boten mit ernsten Mienen. Gereifenbronn trägt Trauerfarben. Schwarz und grau wehen über seinen Türmen, und selbst die Glocken klingen leiser als anderswo. In Bontrell herrscht Verzweiflung, dann folgt Rachsucht. Es ist eine kalte, klare Rachsucht, die sich in den Augen der Bewohner spiegelt. Vier Reiche liegen zwischen Atteron und Bontrell. Welche das sind, bleibt ein Rätsel. Verborgen in Fragmenten, vermischt mit Lügen und Wahrheit. Stolz, Zorn und Hass werden nicht von der Crimson Sails Company gehandelt. Sie meiden diese Kräfte wie einen Fluch, der ihren Eid brechen könnte.
Viele Völker Sarkans sind erwähnt, und es scheint so, als seien Artefakte aus allen Teilen Sarkans in irgendeiner Form relevant. Woher er das weiß, konnte ich nicht aus diesem Wirrwarr aus Hinweisen ersehen. Was diese Artefakte sind, ist auch nicht bekannt, aber Bruder Mullivan scheint anzunehmen, dass ein Nocturner Kuriositätenhändler namens Lydiov von Schwarzburg Aufzeichnungen dazu haben könnte. Von diesem schien er den Kristall und einen schimmernden Faden erhalten zu haben. Dies sei von dem Ort, den sie zum Mahnmal der Schlacht des brennenden Himmels erklärt haben, entwendet worden zu sein. Angeblich hätte jemand magisch oder anderweitig dort eine Stele zerstört oder geöffnet? Ich weiss nicht, was er damit meint, aber die beiden Gegenstände lagen auf einem roten Stoff am einzigen kleinen Fenster des Raumes und obwohl es überall staubig und chaotisch war, war dieser Fleck freigeräumt. Es schien diese Gegenstände regelrecht zu verehren? Der arme Bruder Mullivan, was muss ihn wohl dazu gebracht haben, so fanatisch zu sein? Er schreibt, dass Gesichter auf Säulen eine Aufgabe verbergen würden? Er sagte, er denkt, er würde es beruhigend finden, wenn sie [...]
In einem Tagebuch ähnlichen Text schreibt er, dass er glaubt, dass dieses Enigma nur an diesem Ort gelöst werden könnte, denn man würde einen Drachenkern benötigen und diese sind extrem selten. Um diesen korrekt zu setzen, in die Mitte eines magischen Netzes, müssten andere Fokuskristalle an exakt vorherbestimmten Kreuzungspunkten platziert werden. Nur so könnte man den korrekten Punkt im Raum, Zeit und Strömungs Gefüge ermitteln und herbeirufen. Zum Ende würde man ein Öffnungs-Reagenz benötigen, etwas, dass der Struktur dessen ähnlich sein müsste, von dem, was man suchen möchte. Was das sein könnte, vermag ich nicht zu sagen, denn “alle Artefakte aus den Herzstücken” seien entweder verschollen im Delevitum oder in den Strömen der Geschichte versunken. Man erzählt sich, dass das Artefakt, welches Rhînland zugeordnet wird, ein Speer sein könnte. Vielleicht sogar geführt von der Göttin Kass höchstselbst. Aber wer denkt denn, dass es wahrhaftig so sein könnte? Das Artefakt der dritten Schwester wurde, genau wie ihr Name, schon lange vergessen. Die Geschichten über den Speer verlieren sich im Magierkrieg. Vielleicht wurde er dort eingesetzt?
Vielleicht finden sich tatsächlich mehr Hinweise am Mahnmal zur Schlacht des Brennenden Himmels - denn dort würden viele der Indizien zusammenlaufen.
Von den finsteren Nocturnen, den schönheitsliebenden Bontrellern, dem großmächtigen Paldaion, den starken Drachenjägern, dem getreuen Greifenbronn, den heilenden Vibaliern, dem zerrissenen Atteron, der gewieften Crimson Sails Company und dem kühlen Nortrond.
Ihr Blut und ihre Geheimnisse öffnen die Stele, um das Innere des Verderbens (1) korrekt platzieren zu können. Über dem Schlummer von Assil schweben die Herzen der Völker. In welcher Reihenfolge und wo genau müssen diese Kerne gehängt werden, um schlussendlich die Ströme richtig zu leiten, um den ersten Schritt zu IHR zu geben?
Ich denke dass er hier so viele Legenden und Geschichten verknüpft, dass es schon ein großer Zufall sein müsste, wenn dies alles gemeinsam an einem Punkt zusammenlaufen würde. Wenn dies jemand wahrlich geplant haben sollte, dann müsste es eine sehr mächtige Vereinigung sein, die ein großes Maß an Wissen, Münzen und Geheimniskrämerei zur Verfügung haben müsste. Nun wie dem auch sei, Bruder Mullivan hat daran geglaubt und ich möchte aufgrund seines mysteriösen Todes versuchen, seine Forschungen wenigstens nicht umsonst gewesen sein zu lassen, Und sollte er tatsächlich Recht haben, dann mag ich mir nicht vorstellen, wie wertvoll meine Notizen werden könnten!
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= hiermit ist der Maßlose Drache gemeint
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