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Eine listige Falle

Ich bin der Anführer der Bruderschaft des stillen Urteils, und auf dem Schlachtfeld sind meine Bogenschützen bereit. Pfeilsalven, die das Urteil der Herrin bringen, prasseln auf die Siedler nieder, und wir nähren uns vom Schmerz unserer Opfer. Auf Befehl des Exarchen rückte ich bis dicht an die feigen Siedler heran, die nicht wagten, uns frontal anzugreifen. Nah und tödlich entließen wir Welle um Welle des heiligen Feuers der Herrin auf sie. Sie fielen einer nach dem anderen, und selbst bei dem erdrückenden Klang des Schmerzes scharten sich die Siedler um die Leichen ihrer Freunde und wandelten ihre Trauer in Wut. Sie sammelten sich und griffen unsere Linien an. Lästig, ich wollte meine Pfeile nicht an diese „Helden“ verschwenden. Ich überlegte, blickte hinter mich – vielleicht würde mir der Exarch heute einen Gefallen tun. Mein Befehl lautete: „Zieht euch zur Schildmauer zurück, dort werden wir keinen einzigen Pfeil mehr auf sie abfeuern.“ Die Männer drehten sich um zum taktischen Rückzug. Ich folgte, so schnell wir konnten, achtete darauf, heute kein weiteres Schwert zu verlieren. Ich sah zurück und konnte die Siedler dicht auf, aber nicht zu nah, sehen. Doch als ich wieder nach vorne blickte, begann mein untotes Herz plötzlich schneller zu schlagen. Entschlossen stürmten die Todesritter der Herrin durch unsere Reihen in den Kampf. Während meine Männer sich von den Siedlern lösten, brachen die gepanzerten Ritter der Herrin in die Schlacht. Ich sprang beiseite, als einer von ihnen beinahe mit voller Wucht in mich krachte. Mein Plan war perfekt aufgegangen – nun konnte ich die Schreie der verwirrten Siedler hören. Die Todesritter waren zu unserer Unterstützung gekommen und stürzten sich gnadenlos auf die Siedler. Wir sehen ihre Gesichter nicht, selten erhaschen wir einen Blick auf die Schrecken, die die Kriegsmaschinen der Herrin verbergen. Wenn sie ins Schlachtfeld eintreten, zeigen sie sich in ihrer wahren Gestalt – mit zwei Zielen: den Exarchen zu schützen und im Namen der Herrin zu töten. Ihre mächtigen Schilde und schweren Waffen sind der Eckpfeiler der stählernen Wand, die den Rest des Chores schützt. Ein Lächeln legte sich auf mein verrottetes Gesicht, denn nun hatten meine Männer verwundete, verängstigte und vor allem leicht zu treffende Ziele. „Auf mich!“ rief ich meinen Männern zu. „Für die Herrin!“ schrie ich erneut, und bald fiel eine weitere Salve der gesegneten Pfeile auf die betenden Beute. Welch ein Anblick – eine leichte Falle für die verdammten Siedler.

– Justicar Malrion der Wyrmbound, Hauptmann der Bruderschaft des stillen Urteils (Brotherhood of Silent Judgement)