Brief von Findra an Lectica
(gefunden im Sand der Ausgrabungsstätte)
Lectica,
ich schreibe diese Worte im Gebet an die Ewigkeit.
Zeit meines Lebens fielen Gebete mir schwer, und das obwohl du sogar den Namen einer Heiligen trägst. Ich nahm deine Güte, dein Antlitz, deinen heiligen Mut, stets für gegeben hin. Wie falsch ich doch lag.
Es gibt Gerüchte, Tyram sei gefallen. Jedoch nicht hinweggefegt durch die Maßlosen, sondern durch ein großes Opfer unserer Königin. Durch ein großes Opfer unseres Volkes. Manche klopfen uns, den wenigen die vom Levarium noch übrig sind, auf die Schulter. Anerkennend. Tröstend. Es fühlt sich an wie Hohn.
Sollte es war sein, dass unsere Königin dich und alle anderen geopfert hat, um die Maßlosen zu besiegen - so bitte ich die Ewigkeit an deiner statt, mir die Fragen zu beantworten, die mich quälen.
Wusstet ihr, was sie plant? Tratet ihr freiwillig vor die Ewigkeit? War euer Opfer notwendig? War es gut? War es das richtige Maß?
Die Feldpriester Dolvons sprechen viel mit uns, über ihren Glauben und unseren. Manchmal wirkt es wie ein Verhör. Manchmal wie Anschuldigungen.
Ich schrieb, manche klopfen uns auf die Schulter. Andere spucken uns vor die Füße. Heuchler nennen sie uns. Verräter in der Sache. Aber haben wir nicht auch gekämpft wie sie? Wir sind hier, statt unsere Heimat zu verteidigen! Auch wenn ich die Antwort weiß, ich frage mich, ob wir zuhause nicht mehr erreicht hätten. Vielleicht hätten wir das Ruder herumreißen können, hin zu einer Ewigkeit der Gerechtigkeit, nicht zu einer Ewigkeit des Opfers.
Doch ich weiß, wir wenigen hätten dieses Schicksal nicht abwenden können. Darum ist es nun an uns, den vielleicht letzten Lebenden Tyrams, unseren Beitrag zu leisten, hier, in der kommenden Schlacht. Wir bereiten uns vor auf einen Höhepunkt der Schlacht. Truppen werden versammelt. Der Himmel hat zu brennen begonnen. Ein Drache wurde gesichtet. Die Untoten reichen bis zum Horizont.
Möge die Ewigkeit uns beistehen und unsere Namen bewahren
In Liebe
Findra
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