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Bericht Theneris

(gefunden im Sand der Ausgrabungsstätte)

Bericht von Kommandant Ered Thalmar, 9. Speertruppe
Ort: Südliche Außenposten von Theneris
Datum: 2. Tag der dritten Kampagne

Die Ereignisse dieses Morgens erfordern sofortige Aufzeichnung und Meldung, auch wenn vieles davon sich der gewohnten Ordnung entzieht. Es war eine Stunde nach Sonnenaufgang, als sich eine vierköpfige Plänklertruppe ohne Banner oder erkennbare Zugehörigkeit von Osten näherte – entlang der Linie, die grob dem Pfad zum Sechsten Nagel folgt. Ihre Marschformation war ungewöhnlich still und geordnet, und sie trugen keine Rüstungen, die ihnen besonderen Schutz vor unseren Fernwaffen geboten hätten. Dennoch rückten sie auf unsere Außenposten vor, als sei unser Lager nichts weiter als ein Hindernis, das beiseitegeräumt werden musste.

Was zunächst wie eine gewöhnliche Aufklärungseinheit erschien, stellte sich schnell als etwas anderes heraus. Jeder der vier Kämpfer führte eine Waffe, die nicht nur ungewöhnlich in Form und Wirkung war, sondern auch erschreckend eindeutig mit dem Element übereinstimmte, dem ihr äußeres Erscheinungsbild zugeordnet war: Wasser, Feuer, Erde und Luft.

  • Die Wasserkämpferin führte eine lange, silbern schimmernde Hellebarde, deren Schneide Feuchtigkeit hielt, ohne je zu tropfen. Ihre Bewegungen waren fließend, kontrolliert, beinahe tänzerisch. Wo sie zuschlug, spritzte Wasser – nicht Blut – und mehrere unserer Männer sackten zusammen, als sei ihnen der Atem abgeschnitten worden, obwohl sie nur oberflächliche Wunden davontrugen. Ihre Rüstungen zeigten seltsame Verfärbungen, angelaufen, als hätten sie wochenlang im Salzwasser gelegen.

  • Der Feuerschwertkämpfer, ein schlanker Mann mit zwei gebogenen Klingen, ließ Flammen an den Schneiden tanzen, als seien sie Flügel. Die Flammen leckten an Stoff und Schilden, ohne den Träger zu berühren. Mehrere Soldaten erlitten Brandwunden, manchmal sogar aus beträchtlicher Distanz. Seine Bewegungen zielten weniger aufs Töten als vielmehr aufs Verwirren.

  • Der Erdenkrieger war der schwerste von ihnen, gedrungen gebaut und mit einer Doppelaxt bewaffnet, deren Klingen wie zerbrochene Lavabrocken aussahen, durchzogen von glühend roten Adern. Seine Schläge waren mächtig, doch nicht nur die Waffe richtete Schaden an: Wenn er sie in den Boden trieb, splitterte dieser, und selbst unsere befestigte Mauer zeigte Risse. Zwei Männer verloren das Gleichgewicht, als der Boden unter ihnen nachgab – obwohl die Axt sie gar nicht direkt getroffen hatte.

  • Der Luftkämpfer schließlich war der stillste von allen. Seine Waffe – wenn man es so nennen kann – war kaum sichtbar. Schmal, fast wie ein Lichtstrahl, vielleicht eine Klinge, vielleicht nur eine Bewegung. Er führte schnelle, präzise Hiebe, die es erscheinen ließen, als würde die Luft selbst uns attackieren. In mehreren Fällen trugen Männer Schnitte davon, obwohl der Angreifer sie nicht berührt hatte. Es war, als ob der Raum selbst aufplatzte, wenn er zuschlug.

Das Gefecht dauerte kaum ein paar Minuten. Es gab keinen erkennbaren Versuch, weiter vorzurücken oder einen Stützpunkt einzunehmen. Die vier schlugen zu, brachten unsere Linie durcheinander, richteten Schaden an – und zogen sich dann gleichzeitig und ohne Hast zurück. Sie bewegten sich in Richtung des Sechsten Nagels, den Blick stets nach vorne gerichtet, ohne sich je umzusehen.

Besonders auffällig war, dass ihre Waffen beim Rückzug jede Lebenskraft verloren. Die Flammen des Feuerschwertkämpfers flackerten nicht mehr. Die Klinge der Wasserkämpferin war trocken. Die Axt des Erdenkriegers wirkte schwer und leblos. Stumpf, als trüge sie ihren Namen nur noch der Form halber. Und der Luftkrieger – er bewegte sich zwar noch, aber der Wind um ihn herum war still. Es war, als hätten ihre Waffen selbst beschlossen, nicht länger zu kämpfen.

Wir zählen neunzehn Tote und einunddreißig Verwundete, sieben davon schwer. Unsere Verteidigung steht, wenn auch angeschlagen; die Männer sind beunruhigt, aber nicht gebrochen. Ich habe die Mauer ausbessern lassen und die Wachposten verdoppelt.

Ich werde nicht spekulieren, was diese vier sind oder wem sie folgen. Doch wenn es mehr von ihrer Art gibt, werden wir ihnen mit mehr als nur Stahl und Feuer begegnen müssen. Ich empfehle verstärkte Aufklärung entlang der östlichen Pfade sowie eine Überwachung der Wege rund um den Südlichen Nagel.

Bericht Ende.
Ered Thalmar, Kommandant der 9. Speertruppe