Texte in Skargen Schrift
Geheime Mitschrift eines rhînländischen Magiers (Anonymer Bericht)
Datum: nach der “Schlacht des Brennenden Himmels”
Verfasser: ??
“Die Säulen der Magie, die uns einst erleuchteten, bröckeln. Wir haben sie mit unserem Wissen und unserer Macht genährt - doch was haben wir erhalten? In den letzten Jahren nach der großen Schlacht spüren wir rasch die Veränderungen. Eine fast greifbare Schwere lastet über den Gebirgshallen. Wo einst das strahlende Licht der Magie flimmerte, tritt nun eine düstere Stille ein.
Unseren Verbündeten, den Maßlosen, haben wir im Krieg geholfen. Ja, wir haben unsere besten Krieger geschickt. Doch als der Krieg zu Ende war und wir um Hilfe riefen, um das Magische Erbe unseres Kontinents. Niemand kümmerte sich um das Land, das ihnen geholfen hat, als man selbst in Flammen stand. Niemand erhörte unseren Schrei nach Hilfe und niemand stand an unserer Seite, als wir um Beistand flehten.
Es wird gemunkelt, dass eine der Maßlosen - jene, die sich von den Gesetzen der Magie entfernten, die unsere Götter und die Gesetze der Schöpfung missachteten - sich erhoben hat. Sie soll den Strom der Magie von Rhînland in sich aufgenommen haben, als sei er ein Schatz, und sich zu einer Göttin aufgeschwungen haben. Niemand weiß genau, wie sie das getan hat und ob die Gerüchte wirklich wahr sind, aber die Zeichen zeigen ein Bild:
Die magischen Quellen unseres Landes sind ausgelöscht. Ein solches Vergehen gegen das Gleichgewicht kann nie ungesühnt bleiben. Die Erde von Rhînland selbst, das Land, das unsere Vorväter schon immer beherbergte, nährte und beschützte, schwindet mit der Magie.”
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Datum: ein Jahr nach dem Fall des Magischen Kontinents Rhînland
Verfasser: Arih der Verborgene, einst Magier aus den Hallen des Eises
“Ich war ein Zeuge der letzten Magischen Tage von Rhînland, als der Himmel sich rötete und der Strom der Magie nachließ. Wir - die Wenigen, die nicht vom Land in den dunklen Stunden verschlungen wurden - sahen, was die Maßlose Macht angerichtet hatte. Das, was wir einst Heimat nannten, war in einer tieferen Dunkelheit versunken! Dunkler als es die Zeiten des Krieges je befürchten ließ.
Die Maßlosen, die wir während des Krieges unterstützten, haben uns in diesem entscheidenden Moment im Stich gelassen. Die Länder, welche uns versprochen hatten, die Quellen der Magie nach den Schlachten wieder herzustellen, die, die uns um Hilfe baten, ließen uns fallen, als wir sie am Meisten benötigten.
Und in jenen dunklen Stunden - so erzählt man sich - war da jemand. Manche sprechen von einer Frau, andere flüstern von etwas weit Größerem. Etwas, das ein Gott war. Vielleicht hatte es die Energien des Kontinents an sich gerissen und genutzt, wie ein Dieb, der das Feuer stiehlt, um nun selbst die Wärme zu spüren. Niemand weiß genau wie es geschehen ist, falls es überhaupt je so war. Doch irgendetwas veränderte sich. Es heißt, die Quellen von Rhînland seien nun erloschen.
Der Plan, so vermuten manche, war einfach - vielleicht sogar unbewusst - doch die Folgen waren katastrophal. Im Streben, nach was auch immer, könnten sie das Magische Gleichgewicht des Kontinents zerschmettert haben. Was einst als unerschöpfliche Lebenskraft galt, scheint heute nur noch ein matter Hauch seiner selbst zu sein. Vielleicht hat Rhînland sich selbst verflucht, als es diesem düsteren Pfad folgte. Ich glaube, ich habe einen Blick darauf erhascht.
Und nun - so fürchten viele - taumelt ein ganzes Land dem endgültigen Vergessen entgegen.”
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