Briefe Sarkanische Flut
Brief an Toivo Torkellson - Turameer
“Toivo Torkellson,
mit Ärger höre ich, dass Deine Schiffe in den Gewässern von Sarkan gesichtet wurden. Mit Zorn höre ich, dass Du es wagst, die Beschlüsse der Stimmen der Ewigkeit zu missachten. Mit Hass höre ich, dass Du glaubst, die sarkanische Flut sei so schwach, dass wir dies ungesühnt lassen werden. Ich sage Dir: Irre Dich nicht! Sarkan gehört der Flut, die es besetzt, nicht der letzten Flut, nicht den Turameer unter Deinem Kommando, nicht Dir. Jedes Schlachtfeld, jede Bluternte, jede Beute hier gehört uns. Wer es wagt, sich an unserer Tafel zu bedienen, ohne dass wir es gestatten, wird mit blankem Stahl und glühenden Eisen hinausgeworfen. Kehr um, solange Du noch kannst, oder bereite Dich darauf vor, die Spitzen unserer Speere zu küssen. Es wird kein sanfter Abschied sein.
Astrild Schwarzspeer, Flottenfürstin der sarkanischen Flut”
Brief an Sagasor Ulvejeger - Bodranoor
“Sagasor Ulvejeger,
es erreicht mich das Gerücht, dass eure Boote ihre Schatten auf die Küsten Sarkans werfen. Ich hoffe für Dich, dass es nur ein Gerücht ist, denn wenn nicht, wirst Du meine Antwort nicht auf Pergament, sondern auf dem Stahl meiner Klinge lesen. Die Stimmen der Ewigkeit haben entschieden: die Beute von Sarkan gehört der sarkanischen Flut, Dein Blut und das Deiner Gefolgsleute mag von derselben Erde genährt sein, wie das unsere, doch das gibt euch nicht das Recht, unsere Küsten mit euren Kielwellen zu entweihen. Wenn Du nach Beute hungerst, dann friss das, was die letzte Flut auf Mitraspera noch nicht in ihren rauen Klauen hält. Wage es nicht, den Griff nach dem zu strecken, was uns gehört. Solltest Du es dennoch tun, werde ich nicht nur Deine Schiffe in Brand setzen, sondern Deinen Namen aus der Erinnerung tilgen, als hätte es Dich nie gegeben. Wisse, dass ich Dich beobachte.
Yrsa Blutfrost, Flottenfürstin der sarkanischen Flut.”
Brief an Fjallskaer - Hadragaar
“Fjallskaer, Du alter Krähenfürst, ich hörte, dass Deine Segel dort flattern, wo sie nichts zu suchen haben. Ich hörte, dass Deine Männer den Wind der falschen Küsten atmen. Ich hörte vieles, und nichts davon gefällt mir.
Du warst immer ein kluger Mann, Fjallskaer. Zu klug, um so dumm zu sein, Deine Kiele auf den falschen Boden zu setzen. Doch wenn es wahr ist, dann brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn Du bald auf Deiner eigenen Planke tanzt, ehe Dich die Kälte des Ozeans umarmt. Die sarkanische Flut ist kein gestrandetes Rudel Welpen, das sich von fremden Jägern die Beute nehmen lässt. Jeder Tropfen Blut, der auf Sarkans Erde fällt, gehört uns, und wenn Du auch nur einen Fuß über unsere Grenzen setzt, werde ich ihn aus Dir herauspressen, Tropfen für blutigen Tropfen.
Lenke Deine Ruder zurück dorthin, wo sie hingehören, oder ich werde Dich selbst ins Meer treiben.
Rurik Sturmschlächter Flottenfürst der sarkanischen Flut”
Briefe – Mitglieder sarkanische Flut
Brief an Eira Nebelsicht - sarkanische Flut
Gezeichnet unter dem Sichelmond, übersandt per Rabenbote.
„Eira,
Hast Du es ebenfalls vernommen? Die letzte Flut wagt es, nach Sarkan übersetzen. Ich frage mich, ob dieser Hochmut dem Wind der Götter trotzen kann, oder ob sie bald in ihrem eigenen Blut ertrinken werden. Was denkst Du, Schwester? Sollten wir diese Grenzverletzung ohne Antwort lassen? Unser Recht ist unbestreitbar: Jede Streitmacht, die Sarkans Boden betritt, fällt unter unseren Anspruch. Das ist kein leerer Brauch, sondern ein eiserner Wille, geformt durch die Kälte Rhînlands und das Blut, das wir seit Jahrhunderten für unsere Heimat ernten. Sollte sich eine Fürstin der letzten Flut erdreisten hier Fuß zu fassen, dann hat sie ihre Beute verwirkt - und ihr Leben gleich mit!
Doch noch brennen keine Dörfer unter ihren Fackeln, noch sind ihre Schiffe nicht in den Häfen Sarkans. Ich will wissen, ob Du mit mir stehst, wenn es Zeit ist, unser Recht einzufordern. Die Stimmen der Ewigkeit werden es hören müssen - und wenn sie zögern, dann sorgen wir dafür, dass ihre Stimme nicht die einzige bleibt, die in Rhînland hallt.
Yrsa Blutfrost”
Brief an Yrsa Blutfrost - sarkanische Flut
Gezeichnet unter dem Halbmond, übersandt per Rabenbote.
„Yrsa,
mein Blut kocht, wie es Deines tut. Ja, ich habe es ebenfalls gehört - und ich kann nicht anders, als an Verrat zu denken. Wofür haben wir uns an die Gesetze der Stimmen der Ewigkeit gebunden, wenn diese nun von Mitraspera aus untergraben werden?
Ich kenne die Fürsten, die dies wagen. Mächtige Streiter der Götter mit viel Stimme hinter sich, aber offenbar wenig Ehre im Herzen.
Ich traue ihnen zu, dass sie sich Sarkans Blut und Reichtum sichern wollen, ohne unseren Klingen über den Weg zu laufen.
Doch sie irren, wenn sie glauben, dass wir ihr Treiben nicht bemerken, oder tatenlos zusehen werden.
Mein Vorschlag ist folgender:
Wir rufen die Fürsten der sarkanischen Flut zusammen und stellen eine offizielle Forderung an die Stimmen. Diese Grenzüberschreitung darf nicht ungeahndet bleiben!
Und wenn die Stimmen nicht handeln - dann handeln wir!
Eira Nebelsicht.”
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