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Brief eines Segelherren

„3. Tag des Schweigens

Itroldra Grausegel, Segelherrin der Braunschuppe,

Die Flutgetreuen auf den Schiffen meiden den Bug. Selbst der Weißberührte wagt kaum seinen irren Blick zu erheben: Holmgang ist fort. Wir fuhren gerade an unserem Spielplatz der Götter vorbei, um eine neue Mission zu erfüllen. Doch wir sahen... nichts. Die See brodelte noch, als hätte sie eben einen Körper verschlungen. Der Himmel war rot, das Wasser schwarz. Kein Wind - und doch riss es die Ruder aus den Händen meiner Kriegerinnen. Ich habe viele Male den Zorn der Meere gesehen, doch das hier war kein Zorn. Es war... Entsetzen. Holmgang, der Ort aller Kraft der Götter. Wir alle konnten es spüren. Doch nun ist es still. Zu still. Die Vögel meiden den Himmel, die Wellen tasteten vorsichtig das leere Becken, wo einst die Insel war. Der Nebelsänger sagt, die Nebel schweigen noch zu diesem Geschehen. Holmgang ist fort und mit ihm der Tempel. Wird es einen Weg geben, die Prophezeiung noch zu erfüllen? Kaum wage ich es zu hoffen. Auch die Götter scheinen sich mit dem Untergang in Schweigen gehüllt zu haben- nur für wie lange? Ich werde meinen Weg fortsetzen, wie es meine Flottenfürstin befohlen hat. Doch ich werde unseren Nebelsänger bitten, ein Licht Askalar zu opfern, auf dass er uns ein Licht in diese Dunkelheit senden wird.