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Brief von Abarias Nar’tikos

(Altmitrasperani)

“Amatheia, 

Ich hoffe, mein Brief erreicht Euch bei bester Gesundheit und in einer Eurer unzähligen Arbeiten vertieft. Eure Abwesenheit in der letzten Zusammenkunft - trotz mehrfacher Einladungen - hat gerade meinem Vater Sorgen bereitet. Umso mehr hoffe ich, dass dieser Brief bis zu Euch gelangt. Vielleicht könnt Ihr mir mitteilen, wie wir Euch etwas zuverlässiger und zeitnaher erreichen können.

Ich hoffe, die Elemente bedenken mit ihrem Segen, woran auch immer Ihr wieder still und mit Euch selbst als einzige Gesellschaft arbeitet. Wir würden uns alle sehr freuen, Euch einmal wiederzusehen, auch ohne den Anlass einer großen Feierlichkeit. Ich komme aber zum Anlass meines Briefes, denn ich habe in den letzten Umläufen, die doch sehr umfangreichen Sammlungen meiner Altvorderen sortiert und auch ein wenig verkleinert. Mein lieber Herr Vater hielt dies für eine gute Aufgabe, um meinen jugendlichen Übermut zu bändigen. Dabei fand ich in einer gut verschlossenen Kiste nicht nur die Rede, die ich Euch mit diesem Brief einmal mitschicke, sondern auch das magische Kleinod. Natürlich kam ich nicht umhin, einmal in die Rede hineinzuschauen. Sie scheint aus dem Kontext gerissen, denn viele der Themen erschienen mir etwas sonderbar. War sie vielleicht Teil einer größeren Kunstrede? Sie hat mich trotzdem mitgerissen. Ich wusste gar nicht, dass Ihr eine so begnadete Rednerin seid.

Auch wenn Ihr bisher die Einladungen zu den großen Wettbewerben in Rhetorik und Sophistik immer abgelehnt habt, würde ich doch gerne ein paar Eurer Formulierungen dorthin entführen, denn ich habe fest vor, spätestens bei der übernächsten Zusammenkunft mich selbst einmal am Rednerpult zu behaupten. Aber genug von mir! Schreibt doch gerne, wie es Euch geht, mein Herr Vater würde sich sehr freuen. Die Reden sollt Ihr selbstverständlich behalten und auch der Ring mit den Feuerlibellen soll nun der Eure sein. Den Segen der Roten Jademeister in Eurem Herzen und Eure Geliebten Sterne über Eurem Haupt,

Abarias Nar’tikos”