Texte in Gemeinsprache
Anmerkung über dem Schriftstück:
Ich bin mir unsicher bezüglich des Datums, aber es scheint aus einer Zeit nach dem Fall von Rhînland zu stammen. Wahrscheinlich eine der letzten Schriften, die uns vor der Flucht gen Mitraspera noch erreichten. Der Verfasser ist ein U. Thorn - aber der Name sagt mir wenig. Sein Titel, an den ich mich nicht mehr erinnern kann, wirkte akademisch. Sagt er Euch was?
“Es ist nicht zu leugnen, dass wir etwas Unerklärliches erleben. Berichte aus den Grenzgebieten des Landes im Norden deuten darauf hin, dass die magische Energie des Kontinents zusammengebrochen ist. Einige sprechen von einem Knacks, den die Welt im Inneren des Landes erlebte, als ob ein gewaltiger Kristall zerbrach. In jenen Regionen, die einst von unerschöpflicher Magie durchzogen waren, herrscht nun eine verstörende Leere.
Die Explosion von Magie, die in der Schlacht des Brennenden Himmels freigesetzt wurde, mag eine Rolle gespielt haben, aber sie kann nicht die einzige Ursache gewesen sein. Es gibt Hinweise darauf, dass Magier, welche die Macht der Magie zu ihrem eigenen Vorteil nutzten, eine magische Erweckung des Abgrunds ausgeführt haben, das den gesamten Strom der Energie von Rhînland ins Chaos stürzte. Kein Magier, den wir bisher befragen konnten, wusste, wer, wie und ob das der Wahrheit entspricht oder nur eine schaurige Erklärung darstellt für die schrecklichen Dinge, die auf Rhînland passieren sollen. Das Ergebnis ist jedoch unbestreitbar.
Die Götter mögen die Unschuldigen bewahren!”
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Aus dem Briefwechsel des Archivars Elion von Saphiral -
an den Zirkel von (hier ist ein Tintenklecks drauf)
“Ihr fragt, weshalb ich nicht zu unserer Konklave erschien. Verzeiht - ich war unterwegs. Und ich glaube, was ich gefunden habe, wiegt schwerer als jedes unbesetzte Sitzkissen in den Hallen des Zirkels.
Seit Wochen schon verfolge ich die Spuren jener, die sich den Pfaden der Maßlosigkeit verschrieben hat. Sie ist kein aufbrausender Hitzkopf wie so viele unter ihnen. Sie ist leise, geduldig - und das macht sie gefährlicher als jede offene Bedrohung. Ich glaube, sie hat ihren wahren Namen abgelegt, vielleicht schon vor Jahren. Niemand scheint sich an sie zu erinnern, und doch…. hinterlässt sie eine Schneise durch jede Bibliothek, jedes verfallene Heiligtum, jeden vergessenen Turm, durch den sie schreitet.
Die letzten Hinweise führen mich nach Norden, in die Grenzlande zum Reich der Rhînländer. Und dort, so scheint es, ist sie verschwunden - nicht ausgelöscht, sondern vielmehr aufgegangen in einer neuen Rolle. Einige sagten, sie sei Heilerin, andere nennen sie Sternseherin. Doch ich weiß, was sie wirklich ist: Eine Wunde, die sich durch unsere Ordnung frisst.
Ich sah eine ihrer letzten Schriften in einer verlassenen Hütte - ein zerrissener Foliant, die Tinte noch feucht, der Wind kaum getrocknet. Darin: Formeln, wie ich sie nur in den tiefsten Verboten unserer Archive kenne. Und eine Handschrift - kalt, präzise, herrisch. Sie sucht nicht Macht. Sie will Ursprung. Quelle. Und ich fürchte, sie hat etwas in den Tiefen Rhînlands gefunden.
Ich weiß nicht, wie lange ich mich noch unentdeckt halten kann. Die Nebel in diesem Land sind alt und wachsam. Ich glaube nicht, dass sie mich fürchtet - aber sie weiß, dass ich ihr auf den Fersen bin. Und sollte ich scheitern, so warnt andere:
Eine Maßlose wandelt unter den Nebeln. Und was sie hier sät, wird keine Jahreszeit mehr vergehen lassen, ohne das Blut aus den Wurzeln zu pressen.
In Ehrfurcht vor der Ordnung,
Elion von Saphiral.”
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Anmerkung über dem Schriftstück:
Die Verfasserin dieses Textes scheint eine Generalin namens Aino Knochenbrecherin zu sein. Ich nehme an, der Name sagt euch ebenfalls nichts?
Datum: (hier ist ein Tintenklecks drauf)
“Es scheint, als ob wir am Rande eines neuen, düsteren Kapitels der Geschichte stehen. Gerüchte über das Land, das einst als Heimat der Rhînländer galt, haben unseren Informanten erreicht. Es wird gemunkelt, dass die einst unerschöpfliche Quelle der Magie, die das Reich dieses Volkes nährte, sich seltsam verändert hat - sie ist nicht mehr dieselbe. Ihre Magie, die in den alten Geschichten als unermesslich beschrieben wird, zeigt nun Anzeichen von….. Verfall.
Einige Berichte deuten darauf hin, dass das Land Selbst erkrankt ist, als ob eine unsichtbare Hand die Wurzeln der Macht ausgelöscht hätte. Doch was könnte das für uns bedeuten?
Die Magie von Rhînland, einst so allgegenwärtig wie die Luft, soll jetzt …. gestorben sein.
Wie ein gewaltiges Feuer, das plötzlich erlischt, wird sie nicht nur vermisst, sondern die Leere lässt ein Vakuum zurück, das nicht einfach zu erklären ist. Ein magischer Abgrund, ein Riss in der Realität, den wir nicht nachvollziehen können. Die Magier des Landes, die mit dieser Macht in einem ungeheuren Krieg kämpften, scheinen nicht in der Lage, sich dem Rückfall in die Dunkelheit zu entziehen.
Ich denke, wir müssen mehr wissen. Ein Geheimnis liegt in den Schriften der Rhînländer, und es könnte uns ein wertvolles Verständnis über die Ursprünge dieser Katastrophe geben. Ich werde eine Expedition anführen, um diese Antwort zu suchen.”
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