Brief aus der Kiste von Yilala’Moh
“Edle Frau, werte Malaka’Re!
Ich schreibe Euch in tiefer Sorge und Bedrängnis und bitte um Euren Rat, Euren Trost, bitte Euch um Rettung.
Der innere Friede, den Ihr mir bei meinem Besuch geschenkt habt, trug mich gestärkt zurück an die Front, wo jene, die sich gegen die Ordnung der Dinge auflehnen wollen, ihren Terror verbreiten Vergiftet von den süßen Worten der mächtigen Nekromantin, die ihr Geistesgift gleich einer Spinne in ein Netz falscher Versprechungen gewirkt hat, verfangen sich Männer und Frauen, die vormals treue Kinder Terras waren und ihr stets gedient haben und werden zu gierigen Wesen, die nach Dingen streben, die unnatürlich sind!
Keine Frage, meine Pflicht besteht nicht daraus, diesen armen Seelen den Tod zu bringen, vielmehr soll meinem Schwert stets die Stimme der Vernunft vorangehen. Aber ach, diese Stimme verhallt ungehört in einem Meer von heiseren Rufen nach Ewigkeit, nach Leben, nach Macht und nach unendlichen Freuden. Sie brennen nieder, was sich ihnen in den Weg stellt und sie huldigen dem, was besser brennen sollte. All die Zeit, in der ich mich dem Wahnsinn entgegen stellte, tat ich das im sicheren Wissen, dass ich damit sowol den Willen meines Freundes, meines Königs, meines Vertrauten tat. So sicher war ich, dass ich die Stimme der Vernunft, die mein ständiger, vertrauter und geschätzter Begleiter ist, auch im Herzen meines Königs wussste. Doch nun scheint es, dass die Stimme der Vernunft zum Schweigen gebracht wurde!
Die Briefe, die ich von ihm empfange, sind voller wirren Gedanken und ich kann die Gier in seinen Worten lesen, das Gift, das ich tagtäglich bekämpfe, hat Terra Ankor erreicht!
Edle Malaka’Re, könnt Ihr helfen?
Etwas Furchtbares ist im Gange!
Er schreibt, dass sie seine Königin sei, vor der er sein Haupt beuge und die seinem Volk das ewige Leben bringen könne. Jetzt, wo ich diese, seine Worte Euch gegenüber wiederhole, gefriert mir das Blut vor Entsetzen in den Adern.Seine Worte triefen vor Blasphemie, vor Verachtung all dessen, was uns Zeit unseres Lebens so wertvoll und wichtig war, was uns vereinte, auch wenn wir so unterschiedlich sind.
Hohe Malaka’Re, mein Freund, mein Seelengefährte, er ist in Gefahr!
Auch wenn alles in mir danach schreit, zu ihm in unser geliebtes Terra Ankor zu eilen, halten mich düstere Gedanken zurück. Was, wenn ich dort angekommen feststellen muss, dass er schon längst verloren ist? Was, wenn hinter meinem Rücken unsere Truppen, die mir treu folgen, den Einflüsterungen der Hexe zum Opfer fallen, dann wenn ich ihren Glauben nicht jeden Tag aufs Neue stärken kann. Die Liebe zu meinem Land, die Liebe zu Terra und die Liebe zu ihm zerreißen mich!
Edle Malaka’Re, ihr seid verbunden mit Terra auf eine Weise, wie es sich ein einfacher Soldat wie ich niemals erträumen kann. Ihr kennt die Wege Terras besser als jeder andere, sucht ihren Rat, ebenso wie ich es gatan habe und deutet mir ihre Antwort, so dass ich meinen Frieden wiederfinde! Helft mir, meinen Freund und meine Heimat zu retten!
Euer ergebener Diener,
Fortingas”
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