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Gedicht zum Gytrash

“Transcripts Order of Lord Edric of Dreadoor, Earl of Moorewest, in the year 1125, from the transcript of Lady Eleanor of Nightfall from Darkwood, made in the year 969.


Hear and know. You wanderers of lonely paths, you who ride in darkness and do not Fear the mist. For out there, beyond the flickering light of your lanterns, the Gytrash lurks.


It is no soul born of flesh, no restless spirit of one who once lived. No, the Gytrash is older than mankind, older than the words that name it. It changes shape, a shadow without fixed form. Sometimes it glides through the night as a black hound with the sound of chains, sometimes it is a dark steed with fiery eyes, trotting beside lone travelers. Some have seen it as a calf-like creature, its ghostly form heralding doom.


But it does not only appear in fur and hoof – it manifests as a rolling stone, a crashing cart with no driver, a mournful murmur in the silence of the fields. Some have glimpsed it in the form of a hunched old man, sometimes headless, draped in a long cloak, bent against the wind – always near places where old houses decay, where shadows sweep across fields, and death announces its coming.


The Gytrash walks the line between blessing and curse. To some, it is a harbinger of misfortune, luring travelers to their doom, chilling their senses with its icy grip, leading them into impassable swamps. Yet it is also said that it aids those who are lost. Those who see it with clear sight, whose hearts are pure and wills strong, may find that it guides them to the right path and reveals the distant light.


But do not falter when you behold its visage. For just as the wind sweeps through empty streets, as leaves rustle when no breath stirs, so is it never far. The old tales whisper: where it appears, signs of change, of endings and returns, soon follow.


So take heed, you wanderers of the night – the Gytrash chooses its victims and its favored ones by its own decree. And when you see it, ask yourselves: has it found you, or were you the ones who summoned it?”

“Transkript des Ordens" von Lord Edric of Dreadoor, Earl of Moorewest, im Jahr 1125, aus dem Transkript von Lady Eleanor of Nightfall from Darkwood, angefertigt im Jahr 969.

Hört und wisst. Ihr Wanderer auf einsamen Wegen, ihr, die ihr in der Dunkelheit reitet und den Nebel nicht fürchtet. Denn da draußen, jenseits des flimmernden Lichts eurer Laternen, lauert der Gytrash.

Er ist keine Seele aus Fleisch, kein ruheloser Geist eines einst Lebenden. Nein, der Gytrash ist älter als die Menschheit, älter als die Worte, die ihn benennen. Er verändert seine Gestalt, ein Schatten ohne feste Form. Manchmal gleitet er durch die Nacht wie ein schwarzer Hund mit dem Klang von Ketten, manchmal ist er ein dunkles Ross mit feurigen Augen, das neben einsamen Reisenden trottet. Einige haben ihn als kalbähnliches Wesen gesehen, dessen gespenstische Erscheinung das Unheil verkündet.

Aber er erscheint nicht nur in Fell und Huf – er manifestiert sich als rollender Stein, als ein krachen­der Wagen ohne Fahrer, als ein klagendes Murmeln in der Stille der Felder. Einige haben ihn in der Gestalt eines gebeugten alten Mannes erblickt, manchmal kopflos, in einen langen Umhang gehüllt, gegen den Wind gebeugt – immer in der Nähe von Orten, an denen alte Häuser verfallen, wo Schatten über Felder streichen und der Tod seinen kommenden Einzug verkündet.

Der Gytrash wandelt zwischen Segen und Fluch. Für manche ist er ein Vorbote des Unglücks, der Reisende in ihr Verderben lockt, ihre Sinne mit seinem eisigen Griff betäubt und sie in unpassierbare Sümpfe führt. Doch es wird auch gesagt, dass er denen hilft, die verloren sind. Diejenigen, die ihn mit klarem Blick sehen, deren Herzen rein und Willen stark sind, mögen entdecken, dass er sie auf den rechten Weg führt und das entfernte Licht offenbart.

Doch weicht nicht zurück, wenn ihr sein Antlitz erblickt. Denn ebenso wie der Wind durch leere Straßen fegt, wie Blätter rascheln, wenn kein Hauch weht, so ist er niemals weit entfernt. Die alten Geschichten flüstern: Wo er erscheint, folgen bald Zeichen des Wandels, des Endes und der Rückkehr.

So nehmt euch in Acht, ihr Wanderer der Nacht – der Gytrash wählt seine Opfer und seine Begünstigten nach eigenem Ermessen. Und wenn ihr ihn seht, fragt euch: Hat er euch gefunden, oder wart ihr es, die ihn gerufen haben?”