Dritter Besuch
Meine Kinder. Die Völker der Elemente.
Und ihr, Siedler, die ihr einst als Fremde kamt, nun aber als Freunde, als Gefährten –
als Teil meines Herzens hier steht.
Nun sehen wir uns zum dritten Mal in diesen Tagen.
Und ich sagte euch, es wird ein Abschied.
Ich danke euch. Ihr habt mich gehört, als ich rief. Ihr habt mich gesehen, als ich schwieg. Und ihr seid geblieben, als ich fiel.
Lange habt ihr euch vor diesem Moment gefürchtet. Ich auch.
Denn was wir heute erleben, ist ein Abschied. Ein tiefer, endgültiger Schritt.
Nicht nur vom Jetzt, sondern von jenen, die bis hierher soviel ertragen haben.
Ich sehe euch – Toria. Junges Volk des Feuers und der Klarheit.
Schwarm der Libellen. Befreites Volk des Feuers.
Sephor’Assil. Kinder der Seeschlangen.
Edalphi. Eliondar. Strahlende Völker der Magie.
Narech Tuloch, freies Volk der Erde.
Naldar. Stolzes Volk der Winde.
Meine Kinder. Ihr habt so viel gegeben.
Erschaffen in Gewalt. Von solchen, die nicht euer Bestes im Sinn hatten.
Und doch seid ihr schön geworden, durch euch.
Und doch seid ihr stark geworden, durch euch.
Und doch seid ihr weise geworden, durch euch.
Und doch seid ihr mutig geworden, durch euch.
Wie konnte das geschehen?
Ich habe auch gelernt. Von Euch und durch Euch und durch die, die euch Freund nennen, dass ihr mehr seid als das, woraus ihr einst gemacht wurdet, was mir einst entrissen wurde.
Durch Euch haben sie MICH lieben gelernt. Ihr wart an der Seite der Siedler, durch große und durch kleine Taten, während Schlachten und Ritualen, während stiller Trauer und in leisen Gesprächen. Ihr wart bei ihnen in Siegen und im Freudentaumel.
Ich hoffe sehr, dass etwas davon zurückbleiben kann. Ihr selbst habt gekämpft. Gelitten. Ihr habt geliebt – und geopfert. Und nun, erneut mutig und stark, Schritt um Schritt, verlasst ihr uns. Werdet eins mit mir. Werdet Erinnerung. Werdet Herzschlag.
Ich spüre euch – wie ihr euch löst, wie ihr mich durchströmt, wie euer Sein wieder Teil meines Seins wird.
So wie es sein soll und so wie es immer hätte sein sollen.
So ist dies nun euer letzter Gang, als Elementarvölker.
Ich muss zurücknehmen, was mir entrissen wurde, denn sonst vergehe ich.
Es ist nur gerecht und ich nehme nichts, was mir nicht gehört.
Und doch tut es mir so leid. Um Euch und dass ich dieses Opfer von euch verlangen muss. Und um euer Ende. Eure Leben waren kurz, verglichen mit meiner Ewigkeit. Aber sie waren groß. Mutig. Wahrhaftig.
Ihr habt mich nicht enttäuscht. Selbst als ihr meine Wunden sahet, habt ihr euch nicht abgewandt. Ihr habt mich gehalten, als ich zerfiel. Und nun – heilt ihr einen Teil von mir, indem ihr euch ganz hingebt.
Es ist an der Zeit. Meine Kinder, Kinder der Elemente,
Völker des Feuers,
des Wassers,
der Magie,
der Erde
und der Luft.
Kehrt zu mir zurück, und geht den nächsten Schritt gemeinsam mit mir.
Gebt mir die Kraft, um meine Wunder zu erschaffen,
damit der Weg zu meiner Heilung gefunden werden kann.
Kommt zu mir, Toria. Junges Volk des Feuers und der Klarheit.
Und so seid ihr wieder Teil von mir.
Kommt zu mir, Schwarm der Libellen, befreites Volk des Feuers.
Und so seid ihr wieder Teil von mir.
Kommt zu mir, Sephor’Assil, Kinder der Seeschlangen.
Und so seid ihr wieder Teil von mir.
Kommt zu mir, Edalphi und Eliondar, strahlende Völker der Magie.
Und so seid ihr wieder Teil von mir.
Kommt zu mir, Narech’Tuloch, freies Volk der Erde.
Und so seid ihr wieder Teil von mir.
Kommt zu mir, Naldar, stolzes Volk der Winde.
Und so seid ihr wieder Teil von mir.
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Ihr seid gegangen. Und ich bleibe zurück –
reicher durch euch, aber immer noch tödlich angeschlagen.
Doch selbst im tiefsten Schmerz… darf Hoffnung wachsen.
Denn dieses Opfer – ihr Opfer – ist nicht umsonst.
Drei Wunder für euch, die sie Freunde, Gefährten, Inspiration nannten, Für ihren Weg in die Ferne, nach Sarkan – und darüber hinaus.
Drei Wunder kann und werde ich nun wirken, für euch, Siedler, für Euch, die ihr nach denen kamt, die mich verletzten, für euch, die ihr mir Hoffnung gebt und die ihr meine Liebe nicht mit Füßen tretet. Für die Ferne, für die Suche, für unser gemeinsames Schicksal.
Denn auch ihr, nicht aus mir gewachsen, und doch ebenfalls wie Familie, auch ihr habt mich nicht enttäuscht. Auch als ihr meine Wunden saht, habt ihr euch nicht abgewandt. Auch ihr habt mich gehalten, als ich zerfiel.
Ich schenke euch den Himmel über einer neuen Welt.
Jenseits der Nebelgrenze werdet ihr weiterziehen – doch ihr tragt einen Teil von mir in euch. Dort, in Sarkan und darüber hinaus, werdet ihr Spuren finden.
Manchmal werdet ihr mich kaum hören. Manchmal glaubt ihr vielleicht, ich sei nicht mehr da. Aber die Zeichen der Elemente werden euch neue Hoffnung geben.
Solange ihr mich in euren Herzen tragt, werde ich bei euch sein.
Ich schenke euch eine Heimat. Einen Ort, zu dem ihr zurückkehren könnt.
Für euch. Für eure Freunde. Für eure Familien. Für eure Träume.
Und für eure Seelen. Wenn euer Weg sich erfüllt und euer Leben endet –
so verspreche ich euch: Ihr werdet heimkehren, zu mir oder zu dem Ort, nach dem eure Seele sich sehnt.
Und zuletzt: Ich schenke euch Hoffnung.
Den Pfad, den selbst ich nicht sehen kann. Denn wenn euer Schicksal noch nicht erfüllt ist, aber euer Leben endet, wird jemand euch erwarten: Eine alte Freundin von mir.
Sie bewacht die Schwelle zwischen Leben und Tod. Wenn ihr sie überzeugt, dass eure Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, wird sie euch verbergen – vor IHM, der das letzte Kapitel schreibt.
Das ist mein Vermächtnis. Ein Himmel. Ein Zuhause. Eine Hoffnung.
Bevor ich nun ruhen werde, hört mir noch einmal zu, meine Kinder, Siedler Mitrasperas:
Geht hinaus, meine Freunde.
Sucht die dritte Schwester. Die Verborgene. Sucht die Spuren von Assil, meinem alten Freund. Die erste Stimme, die zu mir sprach. Die erste, die mich verstand und die ich verstand. Ich weiß noch, wie mich das Erstaunen durchströmte
Und ich wusste, dass es der Beginn von etwas Wunderbarem sein würde.
Ich musste nur sehr lange darauf warten. Grüßt mir seine Seele, falls ihr ihr begegnet.
Folgt den Zeichen der Elemente. Sie werden euch leiten und Hoffnung spenden.
So wie ihr es getan habt.
Es ist Zeit. Ich werde ruhen. Meine Kräfte schonen, die immer noch versiegen.
Ich werde mich in den Schlaf begeben. Ich werde von euch träumen: Von euren Stimmen. Von eurem Lachen. Von euren Kämpfen. Von eurer Liebe. Von der Heilung, die ihr einst bringen werdet. Denn ich glaube an euch. Mehr als je zuvor. Bitte… vergesst mich nicht.
Denn ohne euch – werde ich vergehen. Aber solange ihr träumt, von mir, von dem, was wir waren, und von dem, was wir noch sein könnten, werde ich bleiben.
In euren Herzen. In euren Liedern. In eurem Mut.
Und ich werde von euch träumen. Von euren Taten. Und vom Tag eurer Rückkehr – wenn ihr mir die Heilung bringt, auf die ich so lange warte. Und die Hoffnung, die ich in Euch gefunden habe. Geht und findet meine Schwester, findet einen Weg in ihr Herz.
Ich liebe euch. Und ich danke euch.
Lebt wohl.
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